Brigitte Grawe Fotografie & Blog

Unterwegs mit Highlander Joe

Wer das Wort Schottland hört, denkt unweigerlich an drei Dinge; Kilt tragende Dudelsackspieler, Whisky und die Highlands. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten und dem Fringe Festival stand ein Ausflug ins Hochgebirge auch auf meiner Liste der Reiseziele ganz oben. Heute war es nun endlich soweit;  ein One-day-trip in die Highlands stand an. In aller Frühe ging es von der Innenstadt aus los. Das Hochgebirge im Norden liegt ca. 1,5 Autostunden von Edinburgh entfernt. Schottland teilt sich in drei Regionen; die Highlands, die Central Lowlands und die Southern Uplands. Die Highlands machen mehr als die Hälfte der Landfläche aus. Die parallel von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Bergketten sind die am stärksten zerklüftete Region. Da sie im letzten Glazial fast völlig vom Eis bedeckt waren, weisen sie tiefe Schluchten und Täler, Steilklippen, Moorheideplateaus, Firths (Fjorde), zahlreiche Seen(schottisch=Lochs) und schnell fließende Bäche auf. Durch die Grabensenke Glen More oder Great Glen teilen sich die Highlands in zwei Teile; die North West Highlands die eine Höhe von 610 bis 915 Metern erreichen und den Southern Highlands. Genau da wollten wir hin.

Unser Guide war ein waschechter Highlander wie man sich ihn vorstellt; gut aussehend, groß und kernig. Die Tour versprach unterhaltsam zu werden, denn Joe konnte fantastisch erzählen. Und das tat er; ausdauernd und temperamentvoll. Er erzählte so bildhaft und spannend von Königen und ihren Schlachten, von Eroberern wie Rob Roy MacGregor und dem Freiheitskämpfer William Wallace, dass man förmlich die Schwerter klingen hörte. Auch von seiner Kindheit in den Hügeln Schottlands sprach er. Wie er seinem Bruder beim Schlachten eines Schafes geholfen hatte, dem Film Braveheart und last but noch least von Jekyll & Hyde, Haggis und Whisky. Leider hatte das Ganze einen Schönheitsfehler. Joe verfiel immer wieder in seiner Begeisterung in den gälischen Akzent. Die keltische Sprache ist für Touristen nur sehr schwer zu verstehen. Doch gerade das übte interessanterweise auf die ganze Reisegruppe einen besonderen Reiz aus. Alle hingen gebannt an seinen Lippen.

So erreichten wir nach den verschiedensten Zwischenstops endlich den Trossachs National Park. Eine atemberaubende Landschaft unbeschreiblicher Schönheit, malerischer Seen und lila schimmernder Hänge voller ‚Rosebay willowherb‘ und Heidekraut durften wir kennenlernen. Wir waren alle restlos begeistert. Das schottische Hochland ist dünn besiedelt, ab und an sieht man alleinstehende Häuser und Ruinen – eine einsam anmutende Wildnis voller Romantik und Melancholie. Man muss es selber gesehen haben. Es sind Eindrücke, die man nie mehr vergisst. Der Anblick der Highlands hat sich direkt in meine Seele gebrannt. Für mich steht fest; ich komme bald schon wieder hierher.

Schottland zieht mich von Tag zu Tag mehr in seinen Bann. Nun weiß ich, warum es zu den schönsten Ländern Europas gehört. Für diejenigen die noch nicht dort waren, gibt es hier ein paar Eindrücke der Highlands zu sehen. Leider sind die schönsten Bilder nur in meinem Kopf; wir hatten lediglich an einem Aussichtspunkt die Gelegenheit, Fotos zu machen. Alles Andere sahen wir ’nur‘ während der Fahrt.

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