Brigitte Grawe Fotografie & Blog

Die Docklands

Die Docklands habe ich eher zufällig entdeckt, und war gleich fasziniert. Meine erste Londonreise buchte ich über einen Reiseveranstalter, und das Hotel war fest im Paket. Zunächst war ich nicht begeistert, dass es so weit außerhalb Londons lag. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt, denn so lernte ich die Docklands kennen. Inzwischen buche ich dieses Hotel regelmäßig. Nicht nur die gute, unkomplizierte Verkehrsanbindung, sondern auch das Viertel haben es mir angetan. Ich liebe die Docklands, mag die Ruhe und das Plätschern der Themse. Nach einem langen anstrengenden Tag im lauten, schnellen Zentrum Londons ist es immer wieder erholsam, am Abend dort anzukommen. Und tagsüber gibt es so viel zu entdecken …

DSC07827Die Anfänge der Docklands liegen im 17 Jhd. mit dem Bau der ersten Docks durch die East India Company. Ihren Höhepunkt erlebten sie in den 1930er Jahren. Bis zum Zweiten Weltkrieg zählte London zu den wichtigsten europäischen Häfen. Doch durch Bombenangriffe wurden weite Teile der Docks zerstört. Zunächst schien das kein Problem zu sein. Doch weltweit ließ sich in dieser Zeit ein Niedergang der Docks beobachten. Der Luftverkehr hatte einen maßgeblichen Anteil daran. Den neuen technischen Anforderungen war der Londoner Hafen nicht mehr gewachsen. Auch die immer mehr werdenden Containerschiffe waren aufgrund ihrer Größe ein Problem. Die Durchfahrten waren nicht ausreichend. So wurde der Hafen mit der Zeit flussabwärts verlegt. Dadurch lagen die früheren Docks und große Gebiete brach.

In den 70er u. 80er Jahren wurden die historischen Hafengebäude schließlich unter der Leitung der London Docklands Development Corporation zu Wohn- und Geschäftshäusern umgebaut. Die ehemaligen Docks wandelte man in  Yachthäfen und Wassersportzentren um. Auf der Isle of Dogs im Herzen der Docklands entstand die Canary Wharf, ein Bürogebäudekomplex. Credit Suisse, HSBC, Citigroup, Morgan Stanley, Bank of America und Barclays residieren hier in Skyscrapern. Die wichtigen Medienunternehmen The Daily Telegraph, The Independent, Reuters und Daily Mirror sind ebenfalls ansässig. Die neuen Docklands sind von moderner, teils futuristisch anmutender Architektur geprägt. Wahrzeichen ist der von Cesar Pelli entworfene, 255 Meter hohe One Canada Square, das ehemals höchste Gebäude Großbritanniens.

DSC09376blogEine besondere Attraktion sind die Emirates Air Line; eine Gondelbahn die den Namen ihres Hauptsponsors, der Fluggesellschaft Emirates, trägt. Die Bahn verbindet mit 34 Gondeln die Stadtteile Greenwich und Docklands. Dabei überquert sie die Themse. Sie wurde erst letztes Jahr als erste städtische Luftseilbahn Großbritanniens eröffnet.DSC06861Daneben prägen die mit mit 365 Metern Durchmesser und bis zu 52 Metern Höhe gigantische O2-Arena, luxuriöse Wohnanlagen, Geschäfte und Bürogebäude, Hotels, Bars, Café und Restaurants das Bild. Auch ein 400 000 qm großes Messegelände findet man hier; das ExCeL-Gelände, sowie den London City Airport.

O2 ArenaDSC09246ExCeL – Exhibition Centre LondonDSC07808Vor dem ExCel steht eine Bronzestatur, die Hafenarbeiter bei der Arbeit zeigt. Sie trägt den Namen ‚Landed‘ und wurde im Jahre 2009 von Les Johnson erschaffen. Sie ist ein eindrucksvolles Kunstwerk. Die einzelnen Figuren bringen die Härte der Arbeitsleistung dieser Männer zum Ausdruck. Es macht ein Stückchen Geschichte lebendig:

DSC05992Ich freue mich bereits auf meine nächste Londonreise, damit ich die Docklands weiter erkunden kann. Da gibt es noch Einiges für mich zu entdecken. Schließlich umfassen sie Teile von Southwark, Tower Hamlets, Newham, Lewisham und Greenwich. Ich kenne bisher nur den nördlichen Teil sowie die Canary Wharf auf der Isle of Dogs. Dazu gibt es demnächst einen gesonderten Beitrag, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Hier geht es zu meinen Fotos: Docklands in London

 

Teilen
+1
Twittern